Die Wahlen in den USA waren in den letzten Wochen weltweit in aller Munde. Die Kandiaten und ihre Mitstreiter versuchten alles mögliche um die Bevölkerung zu ihrer Wählerschaft zu machen. Schauspieler, Musiker und andere Sternchen brachten die Obamania an den kleinen Mann.
In vier Tagen stehen auch hier in Israel Kommunalwahlen an. Wie bei so vielen anderen Dingen läuft auch der Wahlkampf in diesem Land ein wenig anders ab als sonst wo. Hier sind es vor allem die normalen Bürger, die ihren favorisierten Bürgermeister zum Wahlerfolg verhelfen möchten. Wahlplakate der verschiedenen Anwärter hängen sich die Leute an Fenster, Türen und Balkonen. Nachbarn
klopfen an und verteilen Flyer und Wahlbroschüren. Über den Unicampus kann ich keine 30 Schritte tun ohne von irgendeinem freiwilligen Wahlhelfer angesprochen zu werden. In einem gesellschaftlichen Melting pot wie Tel Aviv führt dies schnell zu Konfliktpotenzial. Sobald es dunkel wird kann man jugendliche Gruppen beobachten, die durch die Straßen ziehen und Plakate abreißen oder übersprühen. Was nicht passt, wird passend gemacht und endet als Kleberest an einer Hausfassade. Die Atmosphäre ist selbst in einer sonst so liberalen Stadt wie Tel Aviv aggressiver geworden. Verschiedene politische Ansichten gibt es jedenfalls genug in diesem Land.
In etwa vier Monaten stehen die Parlamentswahlen an. Mal sehen was die bringen werden.
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